Warum sollte man nach Beendigung eines Hör-Wochenendes nicht sofort nach Hause fahren?

Für die Antwort stellt man sich am besten vor, dass die Tomatis-Therapie eine Form von Lernen ist; man lernt mit ihr, besser wahrzunehmen. Während des Hörens wird eine riesige Menge an Informationen zum Gehirn geschickt, die dieses stimulieren und uns damit lernen lassen. Natürlich sind wir, wie auch Sie, höchst daran interessiert, dass dieses Lernen möglichst ungestört vor sich geht und möglichst effektiv ist, will sagen, wir möchten nicht, dass das Gelernte gleich wieder verloren geht. Der Erfolg von Lernbemühungen ist jedoch davon abhängig, was wir nach dem Lernen machen. Sie dürfen das gerne selbst ausprobieren: Lernen sie in einer fremden Sprache 30 Vokabel und schauen Sie sich unmittelbar danach einen Horrorfilm an. Zwei Tage später prüfen sie, wie viele Vokabel Sie noch kennen. Dann wiederholen Sie das Experiment (natürlich mit anderen Vokabeln), aber diesesmal gehen Sie nach dem Lernen im Wald spazieren.

Nun ist eine Autofahrt natürlich nicht mit einem Horrorfilm zu vergleichen, was jedoch in beiden Fällen passiert, ist das: Es gibt einen großen Input an Informationen (rasch wechselnde Bilder und dramatische Klänge beim Film; ebenfalls rasch wechselnde Bilder durch das fahrende Auto, untermalt von einem „Lärmbrei“ aus den unterschiedlichsten Frequenzen, jedoch mit einem hohen Anteil tiefer Töne), und es gibt eine körperliche Reaktion, die man sehr wohl messen kann, nämlich eine Erregung aller unserer Systeme, man könnte schlicht Streßreaktion dazu sagen. Und natürlich ist unser Streßlevel bei einer Autofahrt (auch als Beifahrer) deutlich höher, als auf einem Waldspaziergang. Genau dieser, nach dem Lernen vorhandene Streßlevel scheint mit dem Lernerfolg zusammenzuhängen. Je höher er ist, desto weniger von dem Gelernten behält man. Darum raten wir unseren Gästen, nicht sofort nach dem Hören loszufahren, sondern sich noch etwas Ruhe zu gönnen, z. B. bei einem Spaziergang.

Zuletzt aktualisiert am 07. 04. 2009 von Atlantis-vzw und Mozart-Brain-Lab Team.

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